Geleitwort des Vorsitzenden der Bezirksversammlung Eimsbüttel

 

Liebe Eimsbütteler*innen, liebe Hamburger*innen,

ich freue mich, Ihnen das vorliegende Heft des „Monat des Gedenkens“ 2026 ans Herz legen zu dürfen.

Seit vielen Jahren setzen sich engagierte Menschen in Eimsbüttel dafür ein, dass das Erinnern an die NS-Zeit und die Verfolgung der Jüdinnen und Juden nicht verblasst. Diese Arbeit ist nicht nur wichtig, sie ist notwendig – und sie bleibt es.

Wir erleben aktuell eine Zeit multipler Krisen. Der Krieg im Nahen Osten, die Situation in Israel und das Leid der Menschen vor Ort bewegen viele von uns zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir auch bei uns einen spürbaren Anstieg antisemitischer Vorfälle. Jüdisches Leben in Deutschland ist wieder stärker Bedrohungen und Anfeindungen ausgesetzt.
Das dürfen wir nicht relativieren oder wegschieben. Antisemitismus – egal aus welcher Richtung – hat keinen Platz in unserer Gesellschaft. Und es reicht nicht, das nur festzustellen. Wir müssen dem aktiv entgegentreten.

Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir Orte und Formate haben, die sich bewusst mit unserer Geschichte auseinandersetzen. Der „Monat des Gedenkens“ ist genau so ein Ort. Er schafft Möglichkeiten, sich zu informieren, ins Gespräch zu kommen und sich auch damit auseinanderzusetzen, was das alles mit unserer Gegenwart zu tun hat.

Gleichzeitig gibt es auch Entwicklungen, die nach vorne weisen. Der geplante Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge ist ein starkes Zeichen für sichtbares und selbstverständliches jüdisches Leben in unserer Stadt. Erinnerung und Zukunft gehören hier zusammen.

Ich lade Sie ein, die vielfältigen Veranstaltungen zu besuchen und sich einzubringen. Gerade in Zeiten wie diesen kommt es darauf an, Haltung zu zeigen und klar zu machen, wofür wir als Gesellschaft stehen.

In diesem Sinne danke ich dem Organisationsteam herzlich und freue mich auf einen spannenden „Monat des Gedenkens“!

Ihr

Falk Schmidt-Tobler
Vorsitzender der Bezirksversammlung