ZUM 13. MONAT DES GEDENKENS IN HAMBURG-EIMSBÜTTEL
Vom 20. April bis 14. Juni 2026
„Ich wünschte, dass das Gedenken an die Zeit der Verfolgung und Vernichtung in Eimsbüttel immer auch als Erinnerung für eine Zukunft dient, die Menschen Sicherheit vor Verfolgung bietet und ein Leben in Menschenwürde garantiert" – so formulierte Steffi Wittenberg ihren Herzenswunsch 2014 in ihrer Abschlussrede des ersten Monats des Gedenkens in Eimsbüttel. Steffi wurde im Frühjahr 2014 die Schirmfrau unseres Gedenkmonats und sprach aus eigener Erfahrung, sie war selbst jüdische Überlebende der NS-Verbrechen und eine wichtige Stimme der Hamburger Zeitzeug*innen. Ihr Lebensweg führte sie durch unterschiedliche politische Systeme auf drei Kontinenten: von der Verfolgung im nationalsozialistischen Hamburg über die Emigration nach Uruguay 1939 bis hin zu ihrem späteren Aufenthalt in den USA, wo sie sich gemeinsam mit ihrem Ehemann Kurt in der Bürgerrechtsbewegung engagierte. Nach ihrer Rückkehr nach Hamburg 1951 setzte sie sich bis ins hohe Alter dafür ein, an die NS-Verbrechen zu erinnern und Lehren für die Zukunft zu ziehen. Steffi verstarb im März 2015 und hätte am 15. Februar 2026 ihren hundertsten Geburtstag gefeiert. Im Februar erschien die Biografie „Man guckt ja schon durch eine Minderheitsbrille“: Steffi Wittenbergs jüdischer und politischer Lebensweg 1926–2015, in der ihr persönliches Erleben in das Zeitgeschehen eingeordnet wird.
Steffi Wittenbergs Lebensweg, geprägt von Verfolgung, Exil und politischem Engagement gegen Diskriminierung, verweist darauf, dass Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen nicht nur retrospektiv zu verstehen ist, sondern eine wichtige Orientierung für den Umgang mit heutiger Gewalt, Flucht und Menschenrechtsverletzungen ist. In einer Zeit, in der Kriege wieder verstärkt das politische Weltgeschehen bestimmen und gesellschaftliche Polarisierung zunimmt, erscheint ihr beharrliches Eintreten für Aufklärung, Solidarität und demokratische Werte als Mahnung, historische Erfahrung in konkrete politische Haltung zu übersetzen.
Im Rahmen des 13. Monats des Gedenkens in Eimsbüttel erwartet Besucher*innen ein vielfältiges Programm mit rund 40 Veranstaltungen – darunter Lesungen, Vorträge, Rundgänge, Konzerte, Filmvorführungen, Demonstrationen und Gedenkfeiern. Fester Bestandteil des Programms bleiben etablierte Formate wie die jährlichen Marathonlesungen aus verbrannten Büchern. Darüber hinaus freuen wir uns, neue Veranstalter*innen gewonnen zu haben, die mit neuen Impulsen und spannenden Themen zur Vielfalt des Programms beitragen.
Liebe Eimsbütteler*innen, liebe Hamburger*innen, liebe Menschen, wir freuen uns, euch bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen und appellieren an alle, im Sinne von Steffi Wittenberg stets aktiv mitzuwirken: „Gedenken an die Naziverbrechen reicht nicht, es geht auch um den Aufbau einer besseren Welt.“
Redaktion AG Monat des Gedenkens in Eimsbüttel






