Das Jüdische Kammerorchester Hamburg gab 1934/35 innerhalb von fünf Monaten fünf Konzerte im kleinen Saal der Musikhalle. Auf dem Programm standen vorwiegend Werke aus dem Barock, aber auch einige zeitgenössische Stücke der in Hamburg geborenen Komponisten Berthold Goldschmidt, Edvard Moritz und Werner Singer. Es bot jüdischen Musikerinnen und Musikern in einer Zeit, in der sie aus ihren Berufen gedrängt wurden, Arbeit. Vor dem Hintergrund zunehmender Repressalien identifizierte die jüdische Presse das Orchester dabei als eine Art kulturellen Anker der jüdischen Gesellschaft Hamburgs. Der Vortrag zeichnet die kurze Geschichte des Orchesters nach. Dabei wird exemplarisch die teils undurchsichtige Lage zu Beginn der NS-Zeit beleuchtet, darüber hinaus werden Anknüpfungspunkte für weitere Forschungen aufgezeigt.
Im Anschluss spielen aus dem heutigen JCO Natalia Alenitsyna, Desheng Chen, Wolf Altenburg und Emanuel Meshvinski Auszüge der "5 Stücke für Streichquartett“ von Erwin Schulhoff und "Lullaby“ von George Gershwin.
Eintritt frei, Spenden sind willkommen
Barrierefrei