Hannah Arendt war eine Schülerin des Philosophen Karl Jaspers und eine sehr aktive Wissenschaftlerin und Autorin, die nach ihrem Studium vor allem schreibend für jüdische Organisationen gearbeitet hat. Arendt nannte als großen Bruch in ihrem Leben den Moment, als sie 1943 von Auschwitz erfahren habe: "Das war wirklich, als ob der Abgrund sich öffnet. (...) Dies hätte nie geschehen dürfen.“ Mit ihrem zweiten Ehemann Heinrich Blücher flüchtete sie über Frankeich und Portugal in die USA. Nach dem Krieg nahm sie ihre Kontakte mit Karl Jaspers wieder auf und war beim Eichmann-Prozess in Israel als Beobachterin zugelassen.
Der Kinofilm der Jeff Bieber-Produktion lenkt den Blick auf Hannah Arendt als Aktivistin, Medienpersönlichkeit und furchtlose Denkerin "ohne Geländer“. Durch Originalzitate aus Arendts Essays und Briefen – gelesen von Nina Hoss – sowie atmosphärische Archivaufnahmen entsteht ein intimes Porträt einer Intellektuellen, deren Leben geprägt war von der Erfahrung des Hitlerfaschismus und der Unfassbarkeit des Holocaust. Der Film zeigt, wie Arendt als Jüdin und Widerstandskämpferin die Welt zu verstehen suchte. Wir erfahren, wie sie historische Ereignisse und Prozesse wahrgenommen und durchdacht hat, wie sie geliebt und gezweifelt hat.
DE/US 2025, 91 Min.
Karten unter www.abaton.de