In der Nachkriegszeit kam es in Westdeutschland zu einer unerwarteten Wiedergeburt des nahezu vernichteten jüdischen Lebens. In zahlreichen Assembly Centers versammelten sich bis zu 200.000 zumeist osteuropäische Jüdinnen und Juden: Sie hatten die Konzentrationslager im Osten, im Untergrund überlebt oder sich dem Widerstand angeschlossen. Doch bleiben wollte im Land der Täter*innen keiner. Da der Staat Israel noch nicht existierte, die klassischen Emigrationsländer wie die USA, Kanada oder Australien eine äußerst restriktive Einwanderungspolitik betrieben, mussten die Menschen teilweise jahrelang in den "Wartesälen“ ausharren.
In dieser Zeit entstand in den Camps eine selbstverwaltete, demokratische Gemeinschaft, mit eigenen Schulen, Sportvereinen, Theater, Orchester und Zeitungen. Eine wichtige Funktion nahm die jiddischsprachige Presse ein. Der Wunsch nach einem öffentlichen Medium, um sich Gehör zu verschaffen, und der Durst nach Informationen führte dazu, dass zwischen 1945 und 1950 rund 150 DP-Zeitungen, Magazine und Mitteilungsblätter erschienen.
Referent: Jim Tobias.
Eintritt frei, um Spende wird gebeten
Nicht barrierefrei